|
     
Eines Tages kam ein klarer Geist über mich
(aus Vision I - Bauer Plath)
Erleuchtung
• Erfindung
• Gebrauchsanweisung • Der
Film • Sequenzen •
Bild
der TEHOMA • die DVD

Die Erleuchtung
s
ist ein Tag Anno 1968. Plötzlich und unverhofft kommt mit Donnerklang ein
verdammt klarer Geist über uns (kein Alkohol!). Wir hocken gerade in
Bernhard Witthuesers Kammer, in der 3. Etage der Viehofer 25 (er hat sich mittlerweile verbessert und ein Zimmer ohne Schräge) – ziemlich versteckt direkt hinter dem Orgelstudio von Musik Gräf. Während im Studio
selbst mal wieder georgelt wird – also Orgelunterricht gegeben wird - wollen wir bei einem Tässchen Tee die Lp´s durchhören, die wir uns mal
wieder im Musikgeschäft unten im Haus ausgeliehen haben, immer wieder auf der
Suche nach interessanten und verwertbaren Neuerscheinungen. Das fällt aber
kurzfristig aufgrund des fürchterlichen Georgels im Vorraum flach.
Also sitzen wir stumm vor dem Totenkopf, der in seinem Käfig auf dem
Schreibtisch steht, haben unsere dampfenden Tassen mit heißem Wasser vor
uns stehen und tauchen unsere Teebeutel auf und ab (siehe Bild oben).
Und
jetzt – plötzlich und ehrlich völlig unerwartet weil ohne Ankündigung,
ohne Anmeldung und selbst vom Totenkopf nicht erkannt - kommt besagter Geist
mit Donnerschall und öffnet uns Geist und Augen – als würden wir uns in
einem Spiegel seh´n. Und als wir uns da so sitzen sehen – quasi von außen
– da fällt es uns wie Schuppen aus den Haaren. Uns wird überdeutlich
klar, dass diese Art der Teezubereitung unzeitgemäß, ja geradezu
menschenunwürdig ist im Zeitalter der tschechischen Revolution, der
Raumfahrt und der elektronischen (nicht zu überhörenden) Orgeln. Louis
Amstrong spielt auf dem Mond Trompete, und wir sitzen hier und heben und
senken unsere Teebeutel in heißes Wasser....
Erleuchtung
• Erfindung
• Gebrauchsanweisung • Der
Film • Sequenzen •
Bild
der TEHOMA • die DVD
Die Erfindung
Wir
schauen uns an und unausgesprochen steht mit brennenden Lettern in die
flirrende Luft: gemeißelt: es gibt noch kein technisches Hilfsmittel –
erfindet es! Eine Maschine muss her, das ist uns sofort klar, und zwar
eine Teebeutel - Hochheb - Maschine. Also ab an´s Zeichenbrett (?).
Innerhalb von nur 1 (i. Worten: einer ) Nacht entwerfen wir eine Maschine,
die Michelangelo nicht besser hätte zeichnen können und die uns dieses lästige
entwürdigende Getue auf elegante Weise abnimmt und dem Teetrinker nun die Zeit gibt, menschenwürdig zu leben und Sinnvolles zu tun.
Der Konstruktionsplan der TEHOMA
Mit
diesem unseren Konstruktionsplan rasen wir gleich morgens in die nächste
Schreinerei und lassen uns gemäß den Vorgaben die diversen Einzelteile
fertigen, rasen zurück und bauen an der Werkbank (Bernhards Schreibtisch)
mittels Kompaktkleber und unter der Zuhilfenahme von Präzisionswerkzeugen
wie Laubsäge und Nagelfeile dieses geniale Objekt zusammen.
Zitternd
vor Vorfreude sitzen wir (es ist auch zufällig gerade Nachmittag geworden
und damit sowieso „Teatime“) vor dem fertigen Objekt und sehen
fasziniert zu, wie präzise unsere Maschine arbeitet und den Teebeutel
mittels einer Kurbel und revolutionärer Teebeutelhaltevorrichtung nun
(zugegeben noch handgetrieben) nahezu vollautomatisch im heißen Wasser
versenkt und bei der nächsten halben Umdrehung tropfend wieder herauszieht:
einfach gigantisch. Da wir trotz Zeit- und Geldmangels zwei Prototypen gebaut haben,
können wir unisono zu Werke gehen und Tee trinken. Wir vergessen Zeit und Raum –
nach 20 Minuten kurbeln ist der Tee ungenießbar und kalt – aber das ist
nun kein Problem mehr: wir haben ja jetzt die Maschine entwickelt, mit der dieses
monotone Auf und Ab der Hand in eine menschenwürdige Drehbewegung umgekehrt
wird und uns wieder zu Herren der Schöpfung macht.
Flugs
formulieren wir eine Gebrauchsanweisung, die für einen Normalsterblichen
die Bedienung dieser Wundermaschine zum Kinderspiel macht.
Gebrauchsanweisung
der Teebeutelhochhebmaschine
erzlichen Glückwunsch zum
Erwerb einer Teebeutelhochebmaschine (TEHOMA). Diese Maschine wird weder
auf Kaffeefahrten noch auf
Messen vertrieben, sondern ist – da nur in geringer Stückzahl vom
Hersteller handgefertigt – auch nur bei diesem direkt zu beziehen. Sie
ist ein Nebenprodukt der Weltraumforschung und wurde ausschließlich aus
recyclingfähigen Materialien gefertigt. Die Maschine durchlief nach
Fertigstellung alle Qualitätskontrollen. Sie wurde nach DIN-ISO 4711
gefertigt und erfüllt die Normen der EU-Richtlinie 007.
Die
TEHOMA revolutioniert die
Zubereitung von Tee mittels Teebeuteln auf genial einfache Weise: sie
reduziert die bisher aufwendige und kräftezehrende vertikale Bewegung des
gesamten Armes auf eine angenehm kleine Kreisbewegung der Hand.
Vor Einsatz der
TEHOMA erhitzen
Sie bitte Wasser in einer Tasse (E) und stellen diese dann genau unter den
Galgen (C) in Höhe des Hakens des Hebeseils (D). Den Teebeutel hängen
Sie (Beutel nach unten) mit dem Papierfähnchen an diesen Haken. Durch
leichtes Drehen (ca. ½ Umdrehung) der Kurbel (A) wird der Teebeutel (B)
nun über das elegant über den Galgen (C) geführte Hebeseil (D) in die
Tasse (E) abgesenkt. Eine weitere ½ Umdrehung zieht den Teebeutel (B)
wieder aus der Tasse (E).
Säubern Sie nach Gebrauch vor
allem das Holzbrett (Grundplatte) der Maschine ausschließlich mit milden
Reinigungsmitteln. Ansonsten ist die TEHOMA wartungsfrei. Defekte
Hebeseile bekommen Sie im einschlägigen Fachhandel oder beim Hersteller
direkt (Best.-Nr. HebS001/01). Bei sachgemäßer Handhabung werden Sie
viel Freude an dieser Maschine haben, die es ihnen mit einer verdammt
langen Laufzeit danken wird.
ir
überlegen, ob wir eine Firma gründen sollen, werden uns aber nicht einig,
welche Gesellschaftsform wir wählen sollen: direkt an die Börse als TEHOMA
AG oder erst
mal in Form einer Teebeutelhochebmaschenen-GbR anfangen. Auch Copyright-Rechte und Patent-Fragen
beschäftigen uns nun. Sollen wir den Vertrieb über den einschlägigen
Teefachhandel laufen lassen oder direkt über eine Teebeutel-Herstellfirma?
Es
gibt viele Probleme, die wir nun haben. Zunächst – quasi in der Test- und
Belastungsphase -
gehen wir sehr vorsichtig mit der Maschine an die Öffentlichkeit
(sprich: sobald wir Besuch haben, kochen wir Tee, egal was die eigentlich
trinken wollen). Und so ergibt sich zwangsläufig aufgrund der Genialität
und der technischen Reife unsere Erfindung, dass unsere Maschine eine solche
Furore im Bekannten- und Freundeskreis macht, dass wir mit der Produktion
kaum noch nachkommen und alle vorgenannten Problem in den Hintergrund treten
und in Vergessenheit geraten – wir sind selbständige Unternehmer in einem
boomenden Markt – und dazu mit einer Monopolstellung!
Erleuchtung
• Erfindung
• Gebrauchsanweisung • Der
Film • Sequenzen •
Bild
der TEHOMA • die DVD
Der
Film
ach
der Einführungsphase (alle Bekannten haben mittlerweile so eine Maschine) beschäftigt uns ( auch im Hinblick auf eine gesicherte
Altersversorgung) der innovative Gedanke, diese bahnbrechende Erfindung all
den Menschen zugänglich zu machen, die uns (bisher zumindest) noch nicht
kennen, die nie bei uns zu Besuch waren und auch nie sein werden und somit
auch nicht unsere TEHOMA (Kurzform für Teebeutelhochhebmaschine) erleben
und erfahren durften/dürfen.
Wir
verzichteten kurzerhand auf eine Marktstudie (wie viele Teetrinker gibt es
in Essen /Ruhrgebiet/ Deutschland/ Europa/ weltweit/ Kosmos!). Wir beschließen,
uns nicht an die einschlägige Industrie wenden (die bescheißen einen ja
nur) – wir werden selber kreativ aktiv und nehmen das Drehbuch für einen
Film in Angriff, der in einzelnen Sequenzen die einfache, aber effektive und
flexibel einsetzbare sowie erleichternd
beruhigende Anwendung der TEHOMA in Situationen des täglichen Lebens
zeigen soll.
Einen
Kamera-Mann haben wir schnell gefunden. Horst "Hulot" Horriar, Jungfilmer,
Filmvorführer und Partner von J:P: Hüster im JZ Essen), der erst mit
langen Diskussionen von der Ernsthaftigkeit und dem existenziellen
Sinn eines solchen epochalen Projektes überzeugt werden musste, willigt
schliesslich ein, ohne Gage dieses Projekt mit in Angriff zu nehmen. Er steht fortan mit
Rat und Tat und einer für damalige Verhälnisse recht professionellen Kameraausrüstung zu Verfügung.
Der
Film wird genauso gedreht, wie hier beschrieben, und alles andere passiert
auch – er ist der helle Wahnsinn: selten haben wir so viel Spaß zusammen
und soviel Stress miteinander gehabt..
Zunächst
wird die Erfindung als solche nachgestellt. Sie findet am
Originalschauplatz in Bernhards Zimmer hinter Gräfs Orgelstudio in der
Viehofer Str. 25 statt und zeigt zunächst W&W bei einer herkömmlichen
entwürdingenden Teebereitungszeremonie.
Der Gedanke ward geboren, etwas Neues zu entwickeln. Pläne werden
gezeichnet, und 2 Maschinen werden gebaut.
Die eigentliche Geburt erfolgt aus Gründen
der Dramaturgie in einer Höhle unterhalb der Ruine der Isenburg, die
oberhalb des Baldeneysees in
Essen liegt. In Zeitlupe kommen wir (Bernhard in schwarzen Sack gehüllt mit
der Maschine in der Hand, ich im weißen Nachthemd) aus der Höhle und
springen gemeinsam lachend und uns erfreuend an unsere Erfindung durch Wald
und über Wiesen – die totale Zweisamkeit. Doch dann – das Böse im
Menschen wird hier sehr deutlich herausgekehrt - will Bernhard mich bescheißen
und unsere gemeinsame Erfindung nur für sich allein(!) nutzen und haut mit
dem Ding ab (der Film wird schneller - Zeitraffer).
Er
rast zum Bahnhof Stadtwald, sprintet vorne in der Zug nach Essen (ich
hinten), springt Hbf Essen raus (ich immer hinterher) und die Hatz geht über
die Kettwiger Strasse (es ist Sonntag Nachmittag bei gutem Wetter und halb
Essen kommt grade vom Vormittagsspaziergang am Baldeneysee zurück und macht
einen Bummel über diese zentrale Einkaufsstrasse der Innenstadt), quer
durch die Biergärten und durch das Cafe Overbeck (diese Szene musste wg.
Kameraklemmer 2x wiederholt werden trotz massiver handgreiflicher Proteste
des Personals) bis vor den Altar des Essener Münsters, wo wir uns dann im
Angesicht des Herrn wieder vertragen (der kirchliche und gesellschaftspolitische Auftrag einer professionellen Verfilmung wird hiermit
auch erfüllt) und uns auf eine halbe/halbe-Verteilung der zu erwartenden
Millionen - Tantiemen bei den Verwertungsrechten einigen. Wir besiegeln dies
alles mit einem gemeinsamen Tee-Dreh unter der badenden Jungfrau am
Wasserbecken des Kennedy-Platzes: gemeinsam sind wir stark...
Erleuchtung
• Erfindung
• Gebrauchsanweisung • Der
Film • Sequenzen •
Bild
der TEHOMA • die DVD
Nun
geht es an das Drehen der Sequenzen:
.
Sequenz: Pokertisch,
tief hängende Kegellampe, 4 Personen (Rocker, dicker Mann im Unterhemd,
alter Mann mit Krücken, Zocker in Nadelstreifen), jeder mit einem Haufen
Scheine vor sich (Tageseinnahmen aus dem Podium/unsere Szenekneipe).
Langfinger Nadelstreifen-Helmut - heute Wirt des Landsknecht in Essen - gibt
die Karten aus. Alle fangen an zu pfuschen (Karten im Ärmel, im Strumpf, in
der Hosentasche). Alle erhöhen bis Ultimo, schieben ihre Knete in die Mitte
und dann sagt Langfinger: Ich will sehen. Einer nach dem anderen lässt die
Hosen runter: Full House, Flash, Royal Flash. Langfinger schaut einmal in
die Runde - und lässt dann lässig sein Blatt auf den Tisch gleiten: 5
Kreuz Asse. Schwenk und Spot
auf die neben seinem Kreuz-Ass-Stempelkissen im gleißenden Licht stehende
TEHOMA. Er dreht mit seinen
schmalen Fingern die Kurbel, der Teebeutel hebt und senkt sich und
Langfinger spricht langsam und mit tiefer sonorer Stimme die für die
Mitspieler unheilbestätigenden Worte: 
„Tut mir leid für Euch, Jungs,
aber mit dieser Maschine verliere ich nie!“.
.
Sequenz (für den
Mehrpersonen-Einsatz der TEHOMA): 6 gestandene Mannsbilder tanzen (teilweise
sehr dürftig bekleidet - sprich: sie waren ganz einfach nackt)) mit Musikinstrumenten (Posaune, Geige, Psalter,
Gitarre etc.) zwischen 2 Rammler-Hasen-Karnickeln um eine 6 Personen-TEHOMA
herum, an der vom Oberteebeutelhochhebmaschinenmeister mittels der an dem über
den Galgen geführten Teebeutelaufhänghaken angebrachten Querstange 6
Teebeutel synchron in entsprechend viele Tassen getaucht werden, was
insofern eine zu große Herausforderung für den Teekocher war, da der
Galgen meist querhing, wahrscheinlich aufgrund der Schwerkraft und
unterschiedlicher Konsistenzen von Wasser und Teebeutelinhalt (?).

Schlusssatz des Teekochers: „Man ahnt: diese Maschine ist auch kommunenfähig“.
.
Sequenz (Einsatz im
Wilden Westen): Reiter in schwarz erscheint auf einem Gaul (ist noch eine
positive Beschreibung dieses Kleppers) in einem Hohlweg.

Er
reitet auf die
Kuppe eines Hügels, schaut sich um, sieht eine Weide, hobbelt(?) dort sein
Pferd an, macht ein Lagerfeuer, hängt an einem Holzgerüst einen Kessel auf
und macht Wasser heiß. Dann packt er aus seiner Satteltasche eine
zerlegbare Camping-Version der TEHOMA aus. (Derweil geht der Gaul stiften).
Das Eingießen des Wassers aus dem Riesenkessel in eine kleine Camping-Tasse
wird zur Katastrophe: hätte man ja auch mit der Tasse schöpfen können.
Dann ist auch das Kesselstativ weggebrannt, der Tee wird kalt und für das
Einfangen des Gaules brauchten wir 3 Stunden (der Bauer besteht unmissverständlich
auf Rückgabe). Der essentiellen Satz fällt der Jagd zum Opfer und sollte
heißen: „Ob im Zug, im Flugzeug, in Bus, Bahn und Auto oder per Esel und
Pferd: mit dieser Maschine habe
ich immer ihren frischen Tee!“
Folgende
Sequenzen werden angedacht, aber leider nie abgedreht, da andere Projekte
Vorrang erhalten:
.
Pfarrer beim Abendmahl, nachdem er das Brot verteilt und auf dem Altar
den Tee „gedreht“ hat: Nehmet hin und trinket, dies ist ein Getränk,
dass auch der Herr euch so bereitet hätte, hätte er denn damals schon
diese wundersame Maschine zu Verfügung gehabt“. (Das ist ewige Ungnade
einer zu
frühen Geburt)
.
Mann (Walter) mit seiner Frau (Bernhard) beim Sex in einer kurzen Pause: „Mit dieser Maschine versage ich
nie!“.
.
Freak beim Teekochen: „Mit dem auf dieser Maschine gedrehten Tee schmeckt
mir mein Ha.-Kuchen doppelt gut, und die Dreh-Bewegung beim Teekochen
erinnert mich immer wieder an die Drehbewegungen beim Joint-Drehen.“
.
Lehrer im Physik-Unterricht: „Hier zeige ich Euch ein geradezu
sensationelles Beispiel dafür, wie angewandte Physikkenntnisse an der
Schnittstelle Mensch/Technik das Leben von Menschen nachhaltig erleichtern
und dazu beitragen, die abendländische Kultur positiv zu beeinflussen im
speziellen Hinblick auf die Umwelt, die eigene Psyche und das Wohlbefinden
von Generationen!“
Erleuchtung
• Erfindung
• Gebrauchsanweisung • Der
Film • Sequenzen •
Bild
der TEHOMA • die DVD
Die
DVD "Als wäre es gestern erst gewesen"
ie
Vergangenheit holt mich 2004 ein - daher muss ich an dieser Stelle aus den
68ern mal heraus springen und Sie, liebe LeserInnen, kurz in die
Gegenwart entführen.
Ich habe die ganzen langen Jahrzehnte nach dem Film geforscht. Den hat Hulot,
der Kameramann - aber wo ist der? Dann
finde ich irgendwann Hulot, aber der nicht die Bänder. Er bestreitet zwar nicht die
Existenz - egal. 35 Jahre sind eine lange Zeit, da kann man ja schon mal was
verlegen/verlieren/vergessen/verdrängen.
Aber verdammt - ich habe es immer geahnt: Wunder gibt es selbst in Essen
immer wieder: im April 2004
taucht Hulot bei mir auf, und in seiner Jackentasche eine DVD mit Sequenzen
der damaligen Filmaufnahmen: nicht alle, aber die wichtigen mit der
Erleuchtung, Erfindung und
Erschaffung, mit der Besiegelung des uns hoffentlich reich werden lassenden Verwertungsvertrages
(mit der badenden Jungfrau als Zeugin), mit der Pferde- und der Poker-Szene und
der 6-Tassen-auf-einmal-Dreh-Sequenz.
Tonlose zeitgeschichtlich einmalige
laufende Bilder in schlichtem schwarz-weiss: Kintop in Perfektion. EINFACH GENIAL.
Und auch Szenen des
vorhin schon erwähnten legendären Elektrokaffeemühlen- Solokonzertes: Wir
hatten damals den großen Saal des Jugendzentrums Essen zur Verfügung, wir
hatten die Deep-Purple-LP "Concerto for Group and Orchestra" und
wir hatten eine elektrische Kaffeemühle: was lag da näher als so etwas zu
verbinden und in Bilder zu fassen und aufzunehmen.
Jetzt
hatte ich also endlich die Filmschnipsel in Händen - und die waren sogar
schon digitalisiert und mussten nur noch geschnitten, nachvertont und
kommentiert werden. Und das war dann das gleiche furchtbare Erwachen wie
beim Buchschreiben: wie mach ich das, womit mache ich das..was hab ich mir
jetzt wieder aufgehalst?
Ich fasse mich kurz: von April bis Dezember 2004 saß ich nur noch am (neuen
hochgerüsteten) Rechner, arbeitete mich in Video- und Audiosoftwaren ein,
scannte und kommentierte und schnitt und renderte, was die Kiste hergab. Und
dann kommt ja auch eins zum anderen: Ich fand blöderweise noch Videobänder
mit alten W&W- Fernsehaufzeichnungen und baute die auch gleich mit ein,
und als Bernd Witthüser den 1. Rohling durchgearbeitet hatte, kam er
auf die glorreiche Idee, doch noch die Jahre 1973-2003 mit aktuellen Bildern
von ihm und mir einzuarbeiten - als hätte ich sonst nix zu tun. Aber was
macht man nicht alles für einen alten Kumpel: auch das hab ich geschafft -
und seit Dezember liegt nun dieses 1,5-Stunden-Werk im DVD-Recorder und
zeigt den Werdegang von uns beiden Musikern anhand laufender Bilder und
musikuntermalt von 1966-2003. Diese DVD mit dem Titel "als wäre es
gestern erst gewesen" über Witthüser und Westrupp ist ein
musikhistorisches Kleinod und sie hilft zudem, dieses Buch und die darin
beschriebene Zeit "in echt" zu sehen und ( dann vielleicht besser)
zu verstehen - mit W&W Musik und Nonsens (Comedy gab es ja damals noch
nicht) und wirklich einmaligen Bildern!
So,
genug Werbung. Nur noch eins möchte ich noch los werden: Horst
Horriar
an dieser Stelle (jetzt leider posthum) ein dickes Dankeschön für die erfolgreiche Suche nach den
Original-Film-Bändern: es hat sich gelohnt...DANKE
|