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Durch das Tor der Friedhofsmauer
zieht ein Leichenzug zum Grab
und in tiefer, stiller Trauer
senkt den Leichnam man hinab

Auf der Wies´ mit großem Fleiße
gräbt ein Jüngling  Bäumchen ein
seines Liedes frohe Weise
klingt hell in´s Leichenfeld hinein

Welcher Wechsel doch im Leben
tiefe Stille hier und Leid
dort, bei arbeitsamem Streben
Jugendglück und  Fröhlichkeit

Jüngling dort, mit frohem Sange
pflanze ein das Bäumchen, Du
bald, ja über kurz und lange
deckt auch Dich die Erde zu.


Schöfel - von der W&W-Produktion "Lieder von Nonnen, Toten und Vampiren"


– Oh Mann, das war eine verdammt schöne wilde tolle affengeile erlebnisreiche emotionsvolle überschwängliche Zeit – jeder, der aktiv dabei war, der diese Zeit mitgelebt hat, wird sie niemals vergessen. Viele haben mir geschrieben: wir wären damals gerne dabei gewesen, wir hätten das gerne live miterlebt...
Es gibt widerum Zeitgenossen, die verdrängen oder verleugnen ihr Engagement in jener Zeit, weil dies eventuell für ihr jetziges heutiges bürgerliches Leben und ihre Karriere einen Flecken geben könnte auf ihrem blütenweißen Party-Jackett. Sie vergessen dabei, dass sie ohne diese Erfahrungen nicht das wären, was sie heute sind. Wir waren Forscher, Astronauten, Piraten, Weltenbummler in unerforschtem, fast jungfäulichem Umfeld. Alles war neu und aufregend, Freiräume wollten ausgefüllt werden - und das haben wir gemacht. Es waren existenzielle und damit richtungsweisende Erfahrungen für uns, für mich, für mein Leben, was im Klartext heißt: unvergesslich und unkaputtbar.

1968: damit verbunden sind Namen wie Rudi Dutschke, Benno Ohnesorg, Fritz Teufel, Axel Springer, Benno Ohnesorg, FJS und Willi Brand, Bader und Meinhof, Ho Chi Ming, Mao und Bewegungen wie Uni-Proteste,  Demos,  Songtage in Essen 68, Vietnam-Krieg, Hippies, Kommunen, antiautoritäre Erziehung, Emanzipation: das Auflehnen gegen bestehende Strukturen und Verhaltensformen.

68er nach Noten: weil diese Zeit - auch musikalisch - neue Horizonte öffnet.
Die Internationalen Essener Songtage 68 in Essen zeigen das in plakativer Art der breiten Öffentlichkeit, und im Untergrund treibt die Subkultur den Zeiger der musikalischen (und damit verbunden auch textlichen) Bandbreite in nie gekannte Kreativ-Bereiche. Wir werfen die Fesseln des etablierten musikalischen Kulturgutes ab und betreten Neuland – jeder auf seine Art und Weise. Engagierte Liedermacher wie Franz-Joseph Degenhard und Dieter Süverkrüp geben vielen Bewegungen musikalischen Rückhalt, W&W auf der Burg WaldeckNonsens-Gruppen wie Insterburg & Co machen echte Comedy (damals gibt es diesen Begriff noch gar nicht), Theater- und Agitatoren-Gruppen wie First Vienna Working Group mischen das beschauliche Waldeck-Festival auf. 
Und in der Pop-Szene geben Gruppen wie Amon Düül, Floh de Cologne, Embryo, Limbus, Guru Guru, Tangerine Dream, Annexus Quam,  Bröselmaschine, Emtidi, Hölderlin, Rufus Zuphall, Wallenstein, Birth Control, Ashra Tempel, Paul & Limpe Fuchs, Xhol, Can und viele andere mehr jetzt den Ton an. Und - mittendrin und voll dabei sind wir: Witthüser & Westrupp, Pop-Duo mit ausgeflipptem deutschsprachigem Folk-Rock – Exoten unter den Exoten.

Viele Bereiche der 68er-Bewegung sind mittlerweile von Insidern, Experten und Außenstehenden gebührend beschrieben, verrissen, gewürdigt worden. Auch die damalige Musikbewegung ist in vielen Veröffentlichungen durchleuchtet, rezensiert und - egal ob es passt oder nicht - in entsprechende Schubladen einsortiert worden. Wir landeten - warum auch immer - in der Krautrock-Schublade: dieser Begriff kam erst später auf, und man hat all das, was man anderweitig nicht zuordnen konnte, in diese Schublade gepackt. So finden sich Elektroniker, Politrocker, Akustikfolker, Performancekünstler etc., die deutsche u. engl. Texte singen, nebeneinander wieder: noch nicht sehr viele - aber schön bunt....  

Die Freiheit des Handelns war uns durch eine demokratische Gesellschaftsordnung möglich - der Mensch ist frei, wenn er eine Wahl treffen kann. Wir konnten wählen. Was dann später da hinein interpretiert wurde, war teilweise abenteuerlich: wir wollten uns einfach nur verwirklichen durch Aktionen, durch Musik, machten unser Ding - und andere glauben darin Dinge zu sehen, an die wir niemals gedacht haben. Sollten wir damals wirklich etwas bewegt haben, dann soll niemand glauben, dass wir es gemacht haben, um etwas zu bewegen. Wir waren keine Missionare - auch keine Revolutionäre - wir haben einfach nur getan, auf das wir Bock hatten und was uns selber Spaß bereitete. Wir lebten als kleine Gruppe in einer Parallelwelt - um uns herum erklommen Roy Black und Heintje die Hitlisten, Heinrich Lübke war Präsident, und wir waren junge Menschen, die sich von verstaubten Vorstellungen der Eltern, der Gesellschaft, der Politik entfernten - die einen eigenen Weg suchten abseits ausgetretener Pfade auf dem Weg zu uns selbst.

Daher kann das wahre, unser tatsächliches Leben damals auch nur jemand beschreiben, der es gelebt hat - und nicht jemand, der es interpretiert. Dies versuche ich – Autodidakt auch in der Literatur - mit diesem meinem Online - Buch.  

ieso eigentlich ein Online-Buch?
Normalerweise lässt eine Person des öffentlichen Lebens (ich bezeichne mich jetzt einfach mal als eine solche) seine Biografie von einem Ghostwrighter verfassen, indem dieser sich die ganze Geschichte erzählen lässt und sie dann in eine lesbare, zusammenhängende, interessante, lebendige und informative Form bringt. Ich stellte mir die Frage: wen interessiert schon ein Buch über Walter W. aus E.? Und beantwortete diese Frage selbst: niemanden! Außerdem hatte ich genug andere spannende Projekte laufen - da war gar keine Zeit für so ein Buch, das ich sowieso - wenn überhaupt - nur persönlich und ohne Hilfe  schreiben würde. Dass ich
dann dennoch irgendwann damit begann, ist eine Geschichte in dieser Geschichte, die so direkt gar nichts mit W&W zutun hat, aber dieses Online-Buch letztendlich ins rollen brachte. Ich habe vor langer langer Zeit (40 Jahre?) in einer elend dunklen Nacht bei Vollmond einen Arzt kennen gelernt - er war mit den Kanarienvögeln seiner Frau unterwegs und ich mit meinen Hunden: eine tolle lange und total obskure Begegnung, die in einem externen ebenso obskuren Bericht beschrieben wird Eine (fast) unglaubliche Geschichte... ).

Also, dieser Doktor (er wurde auch im richtigen Leben mein Doktor) – ich nenne ihn der Einfachheit halber Dr. Jürgen Remy alias Doc -  fertigt mittlerweile zwar nicht mehr aktiv Patienten ab – dennoch  ist er Freund geblieben – mein Freund, auch der Freund meiner Frau (was den geneigten Leser hoffentlich nicht stört – mich jedenfalls nicht) und er ist auch  Freund und Partner meines Sohnes, mit dem zusammen er in den neuen Technologien praktiziert (Hardchor und Software): er gehört zur Familie – samt seiner Frau und seinen Söhnen und den Enkelkindern - ein wahrer Freund eben...

Doc ist Schuld, dass ich nun hier sitze und zu schreiben versuche.


Doc & ich 1989 bei meiner 1. Objektausstellung

Er hat einfach - ohne Vorwarnung - eines Tages damit angefangen, (s)ein Buch zu schreiben. Nicht mit Block und Bleistift (das Gekrackkel hätte keine Sau lesen können– das hat nicht mal der Apotheker nach 30 Jahren Zusammenarbeit mit seinen Rezepten geschafft, und seine Kartengrüße von unterwegs erfordern ein mindestens 3semestriges Studium der Hieroglyphe). Er schrieb sein Buch auf einem Laptop und hat es mittlerweile [Stand 05.2002] nach 2 Jahren Recherchen und Schreiberei und Verlagssuche etc. veröffentlicht. Es steht in gebundener Form in meinem Bücherregal. Ätzend...

amit hat er mich ([un]beabsichtigt - aber dennoch) schwer unter Druck gesetzt! Ja, ich gebe es offen und ehrlich zu, das hat mich a) schwer gewurmt (um nicht zu sagen umgehauen), aber dann auch b) sehr angeturnt. Die Idee zu einem Buch, zunächst einmal über die Zeit 1967 - 1973 mit Bernd Witthüser samt dem ganzen wahnsinnigen Drum und Dran schwirrt zwar seit Urzeiten als eine nebulöse Wolke durch meine noch vorhandene graue Zelle. Doch bisher bekam ich allein bei dem Gedanken an eine Stichwortsammlung total wassermann-atypische kopfschmerzenartige Aussetzer.

Bei einem ersten schüchternen Versuch der logistischen Bearbeitung des Projektes „Mein Buch“ türmte sich vor mir ein solcher Berg auf (wie geh ich vor, was ist wichtig, wo bekomme ich Informationen her und überhaupt, darf ich langatmig ausschweifen oder muss ich kurz knapp auf den Punkt kommen, damit der/die hochgeschätzte Leser/in nicht gleich das Buch wieder zuklappt bzw. wegscrollt), dass ich die Realisierung nach nur sehr kurzem Zögern (ca. 5 Sek. max.) auf die "Zeit nach der Arbeit" (sprich Rentenalter) verschoben habe: ein Buch soll ja – sagt man - bei seiner Veröffentlichung möglichst komplett sein – und diese Zeit hatte ich nicht - neben all der zermürbenden Tretmühle Arbeit, dem täglichen Feierabendstress mit Hunden, Katzen, Gartenarbeit und Renovierungen im Haus, mit Musik und Objekten und Homepage, mit Skat, Doppelkopf, Kegeln, Boule, Badminton und Freunden und abends saufen geh´n  etc...


Eine kleine nicht allzu ernste Bio des Autors anlässlich seines 60. Geburtstages

bsolut erschwerend kommt dazu, das unsereiner/meinereiner sich damals natürlich keinerlei Notizen gemacht oder gar Tagebuch geführt hat. Wir haben weder Kasetten- oder Video-Recorder-Aufnahmen gemacht noch Filmkamera oder Fotoapparat unser eigen nennen dürfen. Klar, es gibt noch Zeitungsschnipsel in irgendwelchen Ordnern auf dem Dachboden, und da sind auch die Singles und Lp´s (mittlerweile CD´s) und die Waschzettel-Texte der Plattenfirma und alte Textbücher. In meinem Schädel unter meinen weißen Haaren tauchen manchmal Erinnerungsfetzen an Begebenheiten aus und zu dieser Zeit auf, die in den weiten Gehirnwindungen meines Gedächtnisses kurz aufflackern und dann genau so schnell wieder abtauchen - meist des nacht´s, wenn die Sonne hinter der blanken Sichel des Mond versinkt, wenn ich mir vorkomme wie ein Wanderer, der nach Pilga mekkert, wenn der Holzwurm des Rückschritts auf die Beine kommt und mich fragt: „Hey Alter – bist Du´s, wo hast Du den Brösel versteckt?" und ich nicht einschlafen kann, weil die Hunde im Traum aufjaulen und die Katzen brummend quer auf meinem Bett liegen, so dass ich meine Beine bis unters Kinn ziehen muss: dann fallen mir (trotz meiner im Anfangsstadium befindlichen  Arnheimer, aber auch nur, weil ich mich lange und ungestört ganz, ganz stark konzentriere auf eine Zeit, die ja nun auch schon mehr als mittlerweile bald 50 Jahre her ist und jedes Jahr noch weiter weg zieht) die alten, fast vergessenen und eigentlich verschütteten Erinnerungsfetzen, alte Geschichten und besagte Begebenheiten ein. (Ich liebe diese endlosen Sätze, meine Lehrer nie).

Vordergründig tauchen da vor meinem inneren Screen Personen auf, die in irgendeiner Art und Weise seinerzeit mit bei der Party waren und/oder an denen eine dieser Geschichten hängt - zumindest eng mit ihnen verknüpft sind. Ich grübele über Namen nach (die konnte ich mir noch nie merken) und kann erst recht nicht einschlafen - finde ihn nicht und grüble weiter und er fällt mir verdammt noch mal trotzdem nicht ein -  aber zumindest die Person selber nimmt langsam Gestalt an: das Gespenst  bekommt ein Gesicht – meist im Morgengrauen, wenn die Vögel draußen zu Brüllen anfangen.

m da jetzt ja nix mehr zu vergessen, mach ich mir - egal, wo ich gerade bin - ständig stichwortartige Notizen auf Zetteln, die dann überall in der Wohnung herum fliegen – im Bett, am Bett, unterm Bett, am Klo, auf dem Fernseher, an der Bar, in der Werkstatt, auf der Fensterbank, im Garten, in der Butterbrotdose, im Portemonnaie,  im Katzenklo... Einmal in der Woche veranstalte ich eine große Zettelsammlung und hefte diese Schnipsel penibel ordentlich an meine Pinnwand - das sieht aus wie ein Bon-Piexer in einer sehr gut gehenden Kneipe. Einmal im Monat/Jahr/... versuche ich die mittels dieser Aktionen gesammelten Informationen (ist fast ein Kurzgedicht) in Prosa-Form zu bringen.

Dabei ernenne ich zunächst in einer Nacht- und Nebelaktion alle vorkommenden Personen - auch gegen evtl. Widersprüche - zu Mitwirkenden in diesem Buch: Sie werden alphabetisch in die Darstellerliste eingefügt. Tauchen diese Gestalten/ Personen / Tiere / Sachen irgendwann in einer bearbeiteten, ausgefeilten, mittels meines  2-Finger-Eingabesystems aufgeschriebenen und letztendlich – falls der Speicherplatz auf dem Server reicht - im Internet veröffentlichten Geschichte tatsächlich auf, werden sie automatisch zu Hauptdarstellern. Das ist klasse, das ist toll, das ist einfach genial, und ich bin ganz alleine drauf gekommen – das könnte aus einem Handbuch für Web-Autoren stammen (vielleicht mein übernächstes Projekt!?).

ch stelle aufgeschreckt, erschüttert und niedergeschmettert beim Schreiben fest oder wenn ich mit Freunden oder Lesern über dieses Machwerk spreche, was noch alles fehlt – dabei ist es jetzt schon mehr als zu viel für einen alleine: Wo wird es hinführen, wo soll das enden? Jetzt brauche ich doch dringendst 2-4 Ghostwriter..., und Freunde schicken mir weiterhin Videos von W&W-Auftritten zu - und das alles will be- und verarbeitet werden - ich muss mind. 100 Jahre alt werden und gesund bleiben (das ist quasi ein Befehl nach oben). Das Schöne - natürlich auch mit viel Arbeit verbunden - ist der Einbau von Musikbeispielen und Videos: wer z.B. beim Lesen eines Kapitels die entsprechende Musik hören möchte, der klickt einfach zu Beginn  eines Kapitels auf den Noten- oder den Media-Player-Button (da ist es natürlich von Vorteil, wenn man den Windows Media Player installiert hat [sorry])
-
und nach einiger Zeit erklingt die entsprechende W&W-Musik (wenn man die Lautsprecher denn eingeschaltet hat!?) oder ein Video wird abgespielt...  

Welches gedruckte Buch hat so etwas zu bieten???

Das geht eben nur mit so einem Online-Buch ! ! !


Hier sitze ich am Computer-Arbeitsplatz in meinem Dachkammer-Studio...

Anlässlich meiner 50-Jahre-Jubiläums-Tour, die ich nun schon seit über 10 Jahren durchziehe, habe ich sehr viele nette Menschen getroffen und kennen gelernt, die mit den Original-W+W-LPs, mit Original-W+W-CDs und sogar der Original-W+W-DVD zu den Konzerten kamen, um diese signieren zu lassen: vergessen sind W+W also nicht. Und wenn em@ils herein kommen mit der Frage nach Noten und Songtexten - teilweise  von jungen (und natürlich sehr netten) Menschen - dann weiß ich: es besteht ein grosses Interesse an diesen alten Geschichten. Infos über die beiden Musiker findet man auf deren websites, bei wikipedia, YOUTUBE und bei facebook - dort gibts sogar eine aktive Witthüser & Westrupp - Gruppe. Und nach dem Ableben von Bernd 2017 ist dieses  Interesse an W&W noch einmal merklich gestiegen.  

Es gibt dann auch noch die ganz ausgeschlafenen W&W-Fans. Einer davon ist Siegmar Hemsing,  Redakteur beim Freien Radio Stuttgart. Er hat dort eine geniale 5-Std.-Sendung über W&W gemacht. Zwischen den Musiktiteln liest er aus diesem Online-Buch, zitiert, rezitiert, hat recherchiert und präsentiert eine echte Quintessenz der späten 60er und frühen 70er. Wer also zu faul ist zum Lesen dieses Buches, der kann sich die ganze Sendung von Siegmars Drop-Box herunterladen und hat dann quasi ein W&W-Hörbuch... Verwendet wurde bei den Aufnahmen das hochwertigst mögliche MP3- Format, nämlich 320 kB/s und Joint Stereo.
Er sagt euch (und ich danke ihm dafür):
Genießt es und verbreitet diesen Link im Namen der Mission des Brösels. Er ist zeitlich nicht begrenzt, sondern er steht in meinem privaten Dropbox-Account und bleibt dort bis zum dritten Weltkrieg. Somit ist vorsichtshalber Eile geboten:
https://www.dropbox.com/sh/gvneneaokunh1df/W1YLm3-NNp

Walter Westrupp, Essen-Schönebeck im Juni 2000, letztmalig geändert 17.06.18

Profline.gif (2795 Byte)

 

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