68er nach Noten : Vorwort zu Walter Westrupps Buch über Witthüser & Westrupp 

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Am Anfang war nichts als Brösel
und der Brösel war finster schwebt über allem.
Damit man den Brösel besser sehen konnte
machte man das Licht an;
und es ward Licht
und man sah: der Brösel war gut

Da teilte man den Brösel
und machte eine Hälfte flüssig
und die andere fest

Dann ging man daran, Gräser, Kräuter, Stecklinge,
Radieschen und ähnliches mehr zu pflanzen

und man machte zwei Lichter:
eins, das tagsüber an war
und ein kleines, das des nachts leuchtete

Und man sprach: er wimmle das Gebrösel
von lebendigem Geziefer
und kreuche und fleuche überall;
und siehe da: das Gebrösel war beziefert

und man sagte: lasset uns ein Ding machen
das uns ähnlich ist;
und man schuf aus dem Urbrösel eine Figur
die das ganze Gebrösel beherrschte

Als man dann ansah, was man aus dem Brösel geschaffen hatte
da sah man, dass es sehr gut war;
und man gab der Figur noch ein paar Gramm
des Urbrösels mit auf den Weg.

Witthüser & Westrupp - "Die Schöpfungsgeschichte" 
aus "Der Jesuspilz - Musik vom Evangelium"

 

 

eblicherweise gewinnt ein renommierter Verlag, der Herausgeber, ein seriöser Lektor oder der Autor selbst für das Vorwort eine allseits bekannte, prominente, wohl gelittene, gut angesehene sowie fachlich unantastbare Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, die es gewohnt ist, in lobhudeliger Art & Weise einen Verfasser und sein Produkt mit sorgfältig ausgewogenen, gefälligen Formulierungen und wohlklingenden Wortkaskaden ins  (um das Wort "rechte" zu vermeiden) richtige Licht zu setzen. Ich habe durchaus einige (!) Personen auf dem Schirm, bei denen ich der Meinung bin, dass sie mich gut genug kennen und in der Lage sind, eine brillante, humorvolle, anekdotenreiche und phantasievolle Laudation aus dem Ärmel zu schütteln  - besser als ich das jemals könnte. Das Problem in meinem Fall ist nur: diese Geschichtensammlung, um das es hier geht, wird irgendwie nicht - wahrscheinlich nie - vollständig. Wer soll da in der Lage sein, zur Zeit mehr sagen zu können als: er bemüht sich redlich, aber... 
Daher werde ich es jetzt kurz & bündig selber richten:

es sollen die Scheinwerfer Scheine werfen

und zwar auf dieses in diesem Moment noch unvollendete Werk,
welches sich seit über 20 Jahren in der Entstehung befindet 
und das ich hiermit widme meiner

, 

dem mir angetrauten Weibe, mit dem ich seit 1973 liiert bin.
 

Ich sage ihr an dieser Stelle DANKE dafür, dass Sie mich diese meine Geschichten in aller Ruhe und Abgeschiedenheit oben unter dem Dach unseres Hauses schreiben lässt und dieses Projekt (wie auch meine vielen anderen musikalischen und sonstigen Aktivitäten) unterstützt - sie verzichtet damit auf gemeinsame Zeit - und auf meine (unterhaltsame?) Gesellschaft. 
Nicht zu vergessen: 
ohne Ihre Versorgung wäre ich wohl schon einige Male vor dem Rechner verhungert.

PROLOG

Es war einmal ein Musiker, der wurde im Laufe vieler Jahre des Öfteren angesprochen auf eine Zeit, die lange vorbei, ja fast vergessen schien und die er eigentlich hinter sich gelassen glaubte. Als er in einem ruhigen Moment zurückblickte, lebten alte Geschichten wieder auf, er schwelgte in Erinnerungen und zog sogar in Erwägung, seine Erlebnisse, Gedanken und Begebenheiten aus jener Zeit auf- und niederzuschreiben. Doch viele unzählige Jahre zogen über´s Land, nichts passierte, er kam einfach nicht aus dem Arsch - ging aber weiterhin mit der Idee schwanger - und damit beginnt dann tatsächlich doch noch irgendwann die Geschichte dieses Buches:

s begab sich lange vor Beginn der Arbeiten an und zu dem Projekt "Buch" - noch vor der Jahrtausendwende - als ich mir selbst zunächst eine grundsätzliche Frage stellte:
Wen könnte das Leben eines musizierenden Gammlers und seines musikalischen Partners in den 60er Jahren interessieren?
 

Und noch ´ne Frage gleich hinterher: welcher Verlag (wenn ich nach zeitaufwändiger Suche überhaupt jemals fündig geworden wäre) hätte sich dieser Thematik annehmen wollen?  Angenommen, ich hätte mich tatsächlich hingesetzt und wider alle Erwartungen im Hieb ein ganzes Buch komplett fertig geschrieben - welcher Lektor hätte (hätte hätte Fahrradkette) ein Manuskript durch gewunken mit so sonderbarem Satzbau (ich sag nur "Bandwurmsätze"), geschrieben in ehrlichem, bodenständigem Ruhrgebietsdeutsch und wahrscheinlich versehen mit einer sehr individuellen Interpunktion, voller Klammern und Bindestrichen? Ich kannte meinen Schreibstil, ich konnte ihn sehr wohl einschätzen - den mochten schon meine vielen Deutschlehrer nicht...

Meine Antworten damals lauteten daher klar & unmissverständlich: 
auf Frage 1:Spontan fiel mir da niemand ein...
auf Frage 2: Konnte mir beim besten Willen keinen vorstellen.  
Somit zog sich die Schwangerschaft weiter hin...

 

it dem Werkzeug Computer, mit dem Medium Internet, mit den digitalen Möglichkeiten von website und homepaging sowie angestoßen durch äußere Einflüsse (dazu mehr in der Einleitung) ward dieses Projekt BUCH dann aber doch noch geboren - quasi per Kaiserschnitt - und bewegt sich und mich seit April 2000. Da bin ich durch Autosuggestion zu der brillanten Erkenntnis gelangt: eine Website ist ja nix anderes als ein Buch - eben nur digital!  Alle die wunderbaren Möglichkeiten, Texte mit dem Einbau von Musik- und Videosfiles sowie Verlinkungen mit internen und externen Inhalten anzureichern, beantworteten mit einem Schlag die durch den Raum geisternde Frage: streamst Du schon oder blätterst Du noch? Mal ganz ehrlich: welche in farbige Hochglanzpappendeckel gezwängten und mit Serifenschrift bedruckten Seiten können da mithalten?

Ich fing einfach mal wieder mit dem machen an- wie so oft in meinem Leben: Kerzenmacher, Liedermacher, Kindmacher, Bildermacher, Uhrenmacher: ohne Scheu vor etwas Neuem erst mal anfangen mit Mut und Kreativität - und dabei lernen. Oftmals war das Resultat recht ansehnlich, ob Musik, Kind oder Hobbies. Neben meiner Hauptbeschäftigung "Musikmachen" übte ich nebenher ja auch noch über 25 Jahre lang eine lohnabhängige unselbstständige Tätigkeit aus, und auch das war so ein "machen": als Hilfskraft über einen Sklavenhändler (Zeitarbeiterfirma) von einem großen Unternehmen angeheuert, habe ich mich bis zum Abteilungsleiter "hochgemacht" (ich sach nur: Tellerwäscher ). 

Als ich Ende der 90er anlässlich eines Seminars in Berlin mit einem meiner Mitarbeiter abends ohne Mundschutz und Abstand im "Lucky Strike" rauchend bei Bier, Schnäpschen und Livemusik saß (das waren noch Zeiten) und erzählte: "...habe eigentlich immer Glück in meinem Leben gehabt", entgegnete dieser: "Glück wird niemals haben, der in einer Ecke sitzt und darauf wartet, dass das Glück zu ihm kommt. Glück kann nur entstehen durch Aktivität, durch etwas machen!" Er hatte ja so Recht und bestätigte mit seiner Aussage die bisherige Vorgehensweise bei allen meinen Projekten: nur keine Angst vor neuen Herausforderungen. Mit künstlerischer Kreativität kann man sich in vieles einarbeiten - auch wenn es nicht "von die Pieke auf" erlernt ist: neudeutsch sagt man zu einer solchen Methode wohl learning by doing.

So pobiere ich mich nun auch als Buchmacher (ihr wisst schon...).
Ich, Walter W. aus E., bin jetzt
• eigenständiger Autor • mitwirkender Darsteller • autodidaktischer Lektor 
• angelernter PC-Grafiker, Layouter & IllustratorSchriftsetzer • Produzent
und letztendlich • verantwortlicher Herausgeber und Verleger in Personalunion.
Arbeitstempo und temporäre Veröffentlichungstermine dieses multimedialen Machwerkes bestimme ich alleine
und berichte darin über persönliche und subjektive Erinnerungen, Erlebnisse, Erfahrungen und Begegnungen, die ich hatte zu einer wilden, tollen, einzigartigen Zeit Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre.  

Meist im Winter verbringe ich Stunde für Stunde und Tag für Tag am PC und schreibe an Texten • fotografiere, scanne und überarbeite Bilder • entwerfe Buttons • überprüfe Links • suche Fotos und Zeitungsartikel in Archiven und sonstwo • sichte, erstelle, bearbeite und überspiele Videomaterial • schneide und vertone Filmschnipsel • digitalisiere einzufügende Musiktitel sowie sonstige Materialien • und verliere mich immer wieder bei Recherchen in den Weiten des www...

All diese Arbeiten absolviere ich • wie ich will • wann ich will • wie ich drauf bin • wie ich Lust und Zeit und Laune habe • ohne Zeitdruck, ohne verschreckten kreativitätshemmenden Blick auf einen Fertigstellungs- oder Abgabetermin: et soll mir ja schließlich auch wat Spässken bringen - Euch sowieso. 

Kurt Mitzkatis, Vorsitzender des German Rock e.V., sagte mir bei seinen Recherchen für ein Sonderheft über Witthüser & Westrupp: "Wenn wir selber nicht aus dem Arsch kommen und jetzt alles aufschreiben, dann sind diese Dinge ein für allemal futsch!" Ja toll - recht hat er: leider!

o schreibe ich seit nunmehr 20 Jahren sporadisch an diesem Monsterwerk, und es entsteht langsam - Geschichte für Geschichte - (m)ein (Online-)"Buch". Für Ergänzungen, Erweiterungen oder Verbesserungen brauche ich auf keine Neuauflage warten, denn solche Änderungen werden stante pede eingearbeitet: es wird konstant aktualisiert. Angesichts dieser Arbeitsweise ist ein Fertigungstermin nicht absehbar, war eigentlich auch nie vorgesehen. Dieses Buch ist ja von Beginn an im www schon veröffentlicht: kein Kindle, sondern frei und kostenlos zugänglich per PC, Laptop und Smartphone, 100% authentisch weil persönlich und subjektiv -  ein individuelles Zeitzeugnis ohne Verlagszensur. "Ein schwerer Stein, den Du da angelandet hast" ließ mich neulich ein Leser wissen "mit einer Fülle von Infos" - so habe ich es mit vorgestellt, so soll es sein: informativ, reflektierend und (hoffentlich) ein wenig unterhaltsam. Es wird also tatsächlich gelesen: das merke ich an solchen feedbacks - und finde es mittlerweile als Quellenangabe in anderen Veröffentlichungen.

Dieses "Buchherstellungsverfahren" funktioniert wunderbar ohne einen Verlag (damit leider auch ohne Tantiemen!), aber nicht ohne aufmerksame LeserInnen (diese ernenne ich hiermit zu Lektoren bzw. *innen). Ihr übermittelt mir Eure Anmerkungen, gebt Kommentare ab zu bestimmten Begebenheiten, veranstaltet "Wallfahrten" nach Dill und wollt wissen, wo genau die "Loreley" am Diller Sohrbachtal liegt, weil ihr Euch dort vor Ort "Bauer Plath" in Originalatmosphäre reinziehen wollt, meldet Euch (sogar aus dem Saarland) zur "Essen Underground"-Führung an (Thema: wo Bernhard und Walter sich kennenlernten), übersendet mir alte Fotos, Zeitungsartikel und Poster (Dank dafür - und wer noch was hat: her damit) und weist auf Fehler, tote Links oder fehlende Passagen hin. Anfang 2020 hat mir Helmut C. aus Hamburg mal eine Liste mit Fehlern geschickt - ich trau mich gar nicht zu sagen, wie viele er gefunden hat: es waren sage und schreibe 232 - in Worten zweihundertzweiunddreißig. Bei der Beseitigung dieser Fehler habe ich selber noch weitere 173 gefunden - insgesamt also 405 Dreher, falsche Leerzeichen und Apostrophe, Schreibfehler, Doppler etc. - wirklich nicht schön. Ich gebe zu, dass ich bei der Umsetzung der "neuen" Rechtschreibung Probleme habe - da sträuben sich mir einfach die Hände. Die Auswirkungen der Genderdebatte (anfangs noch nachzuvollziehen) sollen die folgenden Generationen ohne mich zu Ende führen. Das wirklich Wichtige ist mir, hier nicht den Überblick zu verlieren! (...und Korrektur wird jetzt öfter gelesen - versprochen).

GEBRAUCHSANWEISUNG

amit ihr beim "Lesen" dieser Aufzeichnungen einigermaßen klar kommt, hier ein paar Tips, wie Mann/Frau/* sich durch die Seiten voller Musik, Videos, Geschichten, Anekdoten und Bilder mit der Maus durchklicken kann: 

über die blauen (Menu-) Buttons oben können die einzelnen Kapitel angeklickt werden. Beschreibungen der Kapitelinhalte befinden sich im INHALTsverzeichnis, und ein grobes Stichwortverzeichnis gibt es im INDEX.

Weitere Navigationsmittel sind

• Kapitel vor oder zurück blättern,

• themenweise runter oder hoch springen  

 
ganz nach oben zum Seiten- /Kapitelanfang, 

 oder verlinkte Schrift führen direkt zu dem beschriebenen Thema 
und/oder öffnen ein neues Fenster zu einer externen Quelle. 

Musikfiles und Videos können mit einem Klick auf das jeweilige Dreieck (play) gestartet werden - dafür bitte die Lautsprecher aktivieren.

Beispiel Audio:

 
Beispiel Video:

 


OILA – 
so lade ich Sie/Dich/Euch 
nun herzlichst ein zum
 
Lesen / 
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Viel Spaß 

Walter Westrupp


Der Autor im Jänner 2021

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68er nach Noten - Vorwort - 
©
by Walter Westrupp, Essen-Schönebeck im April 2000,  letztmalig aktualisiert im Pandemi
e-Mai 2021