W&W im Spiegel der Presse


Artikel aus:
Frankfurter Neue Presse - Aachener Nachrichten - Rheinische Post - Der Stern


und einige markante Kommentare von Fachjournalisten

WAZ Herne Dabei sind die beiden Essener, seit sie als "W&W´s POP CABARET" Abschied von rauhen und revolutionären Tönen nahmen, hörenswerter denn je.
WAZ Essen Man lacht das aus, was man sonst im Kulturbetrieb genießt oder womit man sich berieseln läßt, man lacht, weil´s faustdick kommt. Und: so lacht man über sich selbst.
Kölner Express Kleine "Pannen" machen das Duo nur sympatischer, zeigen sie doch, daß sie noch   nicht vom Konsumbetrieb perfektioniert sind. Ein erfreulicher Abend, bei dem manche Gruppe in Sachen Musikalität und Humor etwas lernen kann.
NRZ Essen Auf der Bühne präsentierten sich zwei Jünglinge.....mit Neotralismen, Urlauten und sonstigem Allotria gewürzten Stumpfsinnsarien.
St. Pauli-Nachrichten Für mich die Beste der OHR-LP´s.
TV Hören & Lesen Die ungewöhnlichste Pressekonferenz des Jahres fand jetzt in Hamburg statt. Die Essener Sänger Bernd Witthueser und Walter Westrupp stellten ihre PL "Lieder von Nonnen, Toten und Vampiren" stilgerecht vor: sie ließen sich in schwarzen Särgen vor die Presseleute tragen.
Leg-Auf Was ihnen bleibt, ist Haschisch, Angst und Dummheit. Sie sind noch nicht einmal imstande, Noten zu lesen.
Annabelle/Schweiz Schwarze und weißgestreifte Lieder in interessantem Sound verpackt, viel Romantik und gut zum Hören


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Der Stern schrieb 1972 (zu Bauer Plath)

Um dem Show-Rummel zu entgehen, flüchteten die Pop-Sänger Witthüser und Westrupp aufs Land. Dort leben und musizieren sie bei Bauer Plath in einem urlaten Haus. Frotzelt das Duo:

Bald tanzen auch die Kühe Beat

Im idyllischen Hunsrück-Dorf Dill ist die Welt wieder in Ordnung. Noch vor wenigen Monaten war das anders. Da schrickte die 300-Seelen-Gemeinde plötzlich aus ihrem Frieden auf, als zwei wild aussehende Gestalten ganz unbekümmert in ein Haus an der Hauptstraße des Dorfes zogen.

Inzwischen haben sich die Wogen wieder geglättet. Es sprach sich nämlich schnell herum, daß es sich bei den neuen Mitbürgern um zwei ruhige, friedliebende und sogar bekannte Musikanten namens Witthüser und Westrupp handelte. "Die Leute hier halten uns für harmlose Verrückte", erzählt Walter Westrupp, 26 Jahre alt, bärtig, pummelig, mit Nickelbrille vor den verschmitzten Augen. Kompagnon Bernd Witthüser – zwei Jahre älter, hager, mit schulterlangem Haar – ergänzt grinsend: "Aber in unser Haus traut sich doch keiner recht ´rein. Irgendwie sind wir denen noch nicht geheuer".

Dabei gehören "W und W" zu den liebenswertesten und originellsten Erscheinungen der bundesdeutschen Pop-Szene. So wie sie sind – etwas versponnen, verträumt, in sich gekehrt -, passen sie in keine Show-Schablone. Bei ihnen steht der Spaß an der eigenen Musik und nicht das Geldverdienen an erster Stelle. Deshalb waren sie auch über den Tournee- und Fernseherfolg ihrer Jesus-Oper "Der Jesus-Pilz" nicht einmal besonders glücklich. "Wir hatten keine ruhige Minute mehr" berichten die gebürtigen Essener, "sobald wir über die Straße gingen, wurden wir von irgendjemand doof angequatscht".

Wieder träumen gelernt

Um diesem lästigen Rummel zu entkommen, flüchteten die "Clowns der Pop-Welt" (so ein Kritiker) kurz entschlossen aufs Land – ins friedliche Dorf Dill. "Hier lernten wir wieder das Träumen, fanden zu uns selbst zurück", schwärmen die beiden. Die Harmonie ist vollkommen, seit sie mit einem braven Bürger von Dill Freundschaft geschlossen haben. Mit Bauer Plath. Ihm gehört das über 100 Jahre alte Häuschen, das Bernd und Walter für bescheidene 150 Mark monatlich mieteten.

"Anfangs war er natürlich ein bißchen mißtrauisch", erzählt das Duo, "aber das hat sich schnell gelegt, nachdem wir ein paarmal auf dem Feld mitgeholfen haben". Auch der Herr über einen Bauernhof, viel Land, fünf Schweine und 15 Kühe läßt nichts auf seine neuen Untermieter kommen. "Die sind schwer in Ordnung", lobt er. Nicht ohne Grund, denn sie helfen fleißig bei der Rüben- oder Kartoffelernte mit, bringen das Heu mit ein, füttern das Vieh, misten die Ställe aus, "und oft sitzen wir bis in die Nacht hinein bei Kerzenschimmer und Kräuterwein", so der Text ihres Liedes vom Bauern Plath.

Bauer Plath besungen

Ihrem aufgeschlossenen Hausherrn haben die Sänger jetzt ihre neueste Langspielplatte gewidmet. Unter dem Titel "Bauer Plath" besingen sie in romantischen Beat-Melodien die Idylle auf dem Land, erzählen Märchen aus dem Dorf und feiern ihr "glückliches, sorgenloses Leben". Mit ebenso romantischen, aber tiefsinnigeren Liedern stellt sich das Gespann Mitte November im Fernsehen vor. In der WDR-Dokumentation "Über die Schwierigkeiten eines deutschen Dichters, geehrt zu werden", singen sie Texte von Heinrich Heine. Regisseur Paul Karalus prophezeit: "Mit diesen Melodien wird der Dichter sicher auch bei der heutigen Jugend populär".

Witthüser und Westrupp wollen jedoch noch jemandem zur Popularität verhelfen: dem Männergesangverein von Dill. Mit diesen 20 stimmgewaltigen Dorfbewohnern soll die nächste Platte produziert werden. Grinst das Duo: "Demnächst tanzen hier sogar die Kühe im Beat-Rhytmus".

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Rheinische Post (zum Jesuspilz)
Klaus Wilhelm Kerscht im November 1971

Die Weltschöpfung als Pop-Effekt

Uraufführung der Jesusoper in der Essener Apostelkirche

Die Weltschöpfung wird als ein gelungener Popeffekt dargestellt – "man knipste das Licht an". Der Sündenfall sehr amüsant: Satan bringt ein Quentchen Unberechenbarkeit in die friedliche aber etwas langweilige Paradieslandschaft. "Hört mal her, Jungs", so spricht der Auferstandene zu seinen Jüngern. Durch Texte dieser Art und auch durch die Mittel der Popmusik wurde die Bibel verfremdet in der ersten deutschen Jesusoper "Jesuspilz", die in der Essener Apostelkirche uraufgeführt wurde.

Der Name "Jesuspilz" ist insofern irreführend, als keine opernmäßige Szenerie ausgestaltet wurde, sondern mehr oratorienhaft Texte aus dem Alten und Neuen Testament aneinandergereiht sind. Darüber hinaus ist auch der Name "Jesus", der in der Oper nicht vorkommt, nach Aussage der Akeure mehr zufällig gewählt worden. Die beiden Dichter und Komponisten und einzigen Sänger und Musiker der Jesusoper, Walter Westrupp und Bernd Witthüser – bekannt durch Auftritte bei Popfestivals und durch zwei Langspielplatten – erklärten, eine Wandlung durchgemacht zu haben, an deren Ende neue religiöse Erfahrungen stünden. Darum wollten sie das Evangelium durch ihre Musik "jedermann zugänglich machen". Der neue Glaube an Jesus läßt sich auf einen Nenner bringen: "Durch Jesus findet jeder zu sich selbst." Die biblische Botschaft wird hierbei stark verkürzt. Doch das kann man kaum den Musikern zum Vorwurf machen in einer Zeit, wo die Theologen ständig neue Jesusse finden und erfinden.

So klein die Popgruppe von nur zwei Mann ist, so reichhaltig ist das Instrumentarium (Gitarren, Flöten, Orgel, Schlagzeug aller Art, Mundharmonika und sogar indische Tablas). Die Musiker beherrschen ihr Instrumentarium, das sie in immer neuen Kombinationen verwenden.

Also nur eine neue Variante der Jesuswelle, amüsant, schockierend, banal, je nach dem Standpunkt? Die Szenerie hat noch einen anderen Hintergrund. Warum sie gerade in einer Kirche spielten, wurden die Musiker gefragt. Mit gleichbleibend freundlichem Lächeln, das auch bei bissiger Kritik nicht verschwand (und das machte die jungen Musiker besonders sympathisch), antworteten sie: "Ach, diese Kirche hat so eine gute Akkustik, und sie steht die ganze Woche über leer und selbst am Sonntag wird sie nur für ein paar alte Leute gebraucht. Da dachten wir uns: So kriegt sie wieder einmal einen vernünftigen Zweck." Tatsächlich war die Kirche voll von Jugendlichen, die bei aller auch vorhandenen Kritik meist stürmisch applaudierten.

Was evangelische und katholische Kirchen heute nicht fertigbringen, trotz aller Reformen der Liturgie: Ein neues Interesse am Gottesdienst zu schaffen – hier wird über die Musik eine Begegnung mit dem Religiösen gesucht. Kaum einen störte, daß die Texte oft erschreckend simpel waren – bei dem Lied: "Besuch aus dem Kosmos" wurde sogar gefragt, ob das "vertonter Däniken" sei. Vielleicht muß Religion wieder so einfach anfangen, nachdem lange Zeit hindurch die Kirche die Jugend nicht mehr erreicht hat und – man sollte niemals alle Schuld der Kirche geben – die Jugend gleichzeitig sich nicht mehr von der Kirche erreichen lassen wollte. Und darum sollte man, trotz einiger bedenklicher Randerscheinungen, nicht alles als Mode oder als "schnellvergessene Jesuswelle, auf der zur Zeit alle Musiker mitschwimmen wollen", abtun. Dahinter steht eine neue Sehnsucht, eine neue Erwartung, ein Advent – woher, wohin?

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Aachener Nachrichten (zu Trips und Träume)
Petra Stenzke im April 71

Pop-Musik aus deutschen Landen

Trips und Träume

Von draußen sieht’s aus, wie ein biederer Kaufmannsladen (ist es übrigens auch), aber wenn man die Tür des Hauses Hauptstraße Nummer 33 in Stommeln bei Köln passiert hat, vorbei an sauren Gurken, Drops und anderen Lebensmitteln,durch die gute Wohnstube des Kaufmannes Dierks marschiert ist und einen düsteren Hof durchwandert hat – dann steht man unvermutet in einem der modernsten Aufnahmestudios Deutschlands. Hier, in dem kleinen, muffigen, verqualmten Raum tummeln sich: drei Mädchen, ein Techniker, der auch mal singt, wenn’s drauf ankommt, Rolf-Ulrich Kaiser, deutscher Pop-Kolumnist und Pressemann des Metronomelabels "Ohr", die beiden deutschen Pop-Barden Bernd Witthüser und Walter Westrupp – und Karlchen, eine achtwöchige Hündin, die Schnürsenkel, Handtaschen, Kulis, Liedertexte und menschliche Gliedmaßen anknabbert, und Karlchen heißt, weil ihren Besitzern, Witthüser und Westrupp, partout kein Mädchenname einfallen wollte. Diesem kleinen schwarzen Biest von Hund, das mit Vorliebe Geleehimbeeren schleckt, ist auch ein Song gewidmet, aber das später.

Hier im Studio Dierks nehmen Witthüser und Westrupp ihre neue LP "Trips und Träume" auf, wir dürfen zusehen. Es ist der vorletzte von sechs Aufnahmetagen. Man hat am Tage vorher bis in die späte Nacht geschuftet, trotz allem ist die Atmosphäre gut, keine Gereiztheit ist bemerkbar, von einigen kleinen Wortgeplänkeln abgesehen. Das Geheimnis ist vielleicht, daß niemand Witthüser und Westrupp reinredet. Rolf-Ulrich Kaiser, Vertreter des "Mutterhauses", mischt sich nicht ein. Die Musiker dürfen ganz allein bestimmen, was auf der LP erscheint, eine Maxime des Ohr-Labels.

Gerade bastelt man gemeinsam an einem Song, der gewiß einer der schönsten, wenn nicht der schönste überhaupt der ganzen LP werden wird:

"Auf der Suche nach einem neuen Weg / klopfen wir an die Himmelstüre. / Ein Mann namens Petrus öffnet ganz sacht und fragt / Seid ihr es, die da kommen sollen, uns den Shiet zu bringen? / Wir streichen aus alle, die wir kennen, uns eingeschlossen / unt treten ein in den ewigen Frühling / Wir sehen die himmlischen Heerscharen mit den ewigen Joints auf ihren Wolken sitzen / und ihr Gesang steigt unaufhaltsam in den Händen der Sonne."

Hier soll ein Chor einsetzen, aber Witthüser und Westrupp haben sich noch nicht entschlossen: Soll einer singen, soll ein Chor singen, wenn ja, was? Etwa "uh...," oder nur einfach "mm" oder "Lei, lei"? Man eingit sich schließlich mit den beiden singenden Mädchen auf "lei, lei...", denn das klingt mehr nach Fröhlichkeit, nach jointgeschwängerter Glückseligkeit. Dieses Stück ist unwahrscheinlich stimmungsvoll, da paßt jede Note zum Text.

Nachdem die Gruppe zufrieden ist, gibt es in Dierks guter Stube erstmal Steaks und Fritten. Die Mädchen, die getrampt sind, um nach Stommeln zu kommen, erzählen von Erlebnsissen mitälteren Herren, die sie mitgenommen haben. Nicht sehr schmeichelhaft. Ein Sozialarbeiter war auch dabei. Nach Dienstschluß? Witthüser erzählt uns was von seiner und Westrupps Musik, die jetzt übrigens auch noch von einem dritten Mann gemacht wird; der alte Name aber bleibt.

Wie eigentlich Leute, die bislang von Gruseligem (Toten, Vampiren etc.) und Lustigem (Wer schwimmt dort? Flipper...) sangen und ursprünglich vom Protestsong kommend (Bernd Witthüser war lange Zeit als "Protestsänger des Ruhrgebiets" bekannt und sang in Zechen) – wie also solche Leute ausgerechnet dazu kommen, jetzt von Rauschgift – besser: Rauschmitteln, einem doch recht unpopulären Thema, zu singen, wollen wir wissen. Witthüser meint dazu, daß sie lange Zeit eine Art Clowns für die Leute waren. Man lachte ja auch massig über die zwei, wenn sie vom kinderlieben Delphin Flipper sangen, Witze rissen, Schock verbreiteten. Aber: Witthüser und Westrupp wollen keine Clowns mehr sein. Jetzt singen sie das, was sie persönlich erlebten, empfanden. Sie setzen ihre Träume in Musik um. Sie vertreten konsequent eine heitere Haschisch-Philosophie, wie man sie bei Arlo Guthrie oder in Easy Rider findet. Überdies wollen sie möglichst viele Leute mit ihrer Musik glücklich machen, wollen sie dazu anregen, selbst Musik zu machen -–einfach so. ohne große Anlagen, just for fun. Witthüser und Westrupp selbst machen eine Musik, die nicht kompliziert klingt, die zum Nachahmen reizt.

Sie, die Weltmeister im Waschbrett-Spielen, haben ein reiches Instrumentarium: Posaune (Westrupp spielt auf der neuen LP mit sich selbst im Quartett), Trommel, Trompete, Zimbel, Ukulele, Xylophon, Flöte, Chromonika, Gitarre, Harmonica – und Psalter. Mit diesem aus der Schulzeit und dem Orffschen Musikwerk bekannten Streichinstrument passiert zu fortgeschrittener Stunde noch etwas Lustiges. Walter Westrupp ist etwas verstimmt: sein Walzer, nur mit Klampfe gespielt, klingt zu fad. Das Mädchen Renée und Witthüser gehen mit in den Aufnahmeraum. Renée spielt Klavier, Witthüser Gitarre und Westrupp entdeckt zu seinem Entzücken eben diesen Psalter. Alle spielen mit Hingebung richtig schön falsch und schräg. Im anderen Raum, am Aufnahmetisch, herrscht unverhüllte Munterkeit: Techniker, Freundin, Ohr-Leute und Journalisten ömmeln sich vor Lachen, denn – alles wird aufgezeichnet. Unt als Witthüser und Westrupp es nachher mit Lachtränen im Augenwinkel hören, wird beschlossen: Das "Concerto grosso" kommt mit auf "Trips und Träume".

Dann wird ein Lied auf Karlchen und seine phantastische Traumreise zu den großen bösen Hunden von Renée auf Band gesprochen, und dann geht’s ans Mischen. Als erstes der Titelsong:

Nimm einen Joint, mein Feund / that spends all Leut‘ Freud, mein Freund / some people say hasch makes lasch / but give me the joint"

und so weiter und so weiter. Es ist schon fast Mitternacht, aber man will die LP schnell fertig machen, denn sie soll vielleicht in einem Monat schon erscheinen.

Witthüser und Westrupp wollen ihre Vampir-, Nonnen- und Toten-Songs noch nicht völlig aus dem Repertoire verbannen, weil der Vorrat an neuen Songs noch nicht groß genug ist, und weil man das Publikum langsam an die neue Linie gewöhnen will. – Von Witthüser und Westrupp erschienen bis jetzt folgende Platten: "Liefer von Vampiren, Nonnen und Toten", Ohr OMM 56002; "Wer schwimmt dort?" (Single) Ohr OS 57002.

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Frankfurter Neue Presse (zu den Liedern v. Nonnen, Toten und Vampiren)
Gille Lettmann im Oktober 1970

Grausige Lieder von W & W:

Vampire, Nonnen, Tote

Jetzt singt er Lieder von Vampiren, Nonnen und Toten: Innerhalb von zwei Jahren hat sich der Protestsänger Bernd Witthüser gewandelt. Schrie er früher, antwortet er heute sanft, marschierte er früher auf den Straßen, holte sich Strafanzeigen, so zieht er sich heute zurück und formuliert leiser.

Witthüsers neues Programm mit seinem Freund Walter Westrupp heißt: "Lieder von Vampiren, Nonnen und Toten" und ist jetzt als Schallplatte bei Ohr/Metronome erschienen, aus teurem Kitsch und schrecklichem Martyrium, immer grausig übersteigert, auf daß niemand so recht weiß, wie er darauf reagieren soll. So sorgen die beiden für Schauder und Schrecken, für Unwohlsein und Unsicherheit, die durchaus zum Nachdenken provozieren können.

Sie erzählen merkwürdige Geschichten und begleiten sich dabei mit Gitarre, Trommel, Xylophon, Posaune, Trompete und anderen Instrumenten.

In W-&-Ws-Popkabarett gaukeln Schmetterlinge, weint ein Mütterlein, werden blaue Blumen mit viel Ironie gedüngt, wird von Billie von nebenan erzählt, von Flipper, Mönchen, Nonnen, Vampiren und Gräbern aus Großmutters Gruselkästchen und irgendwie und –wann wird dem Zuschauer klar, daß diese Form der Unterhaltung nicht so harmlos ist, wie sie zu sein scheint. Sie hat zwar eine Erholungsfunktion, genau wie anspruchsvolle Musik, aber – die Idylle ist mit Fallen ausgelegt.

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